
Oranierhaus
(Genealogieraum)

Dieser Raum befindet sich im ersten Stockwerk eines Gebäudes welches zwischen 1617 und 1620 errichtet wurde.
Seit dem 14. Jahrhundert hatten die Amtmänner der Grafen ihre eigenen Wohnungen in einem Gebäude, das als "Jülicher Haus" bekannt war. Dieses Gebäude war im 16. Jahrhundert baufällig gworden, so dass die Verwalter in andere Teile des Schlosses umziehen mussten (alte Küchen- und Hauptküchenwohnungen). Nachdem die Oranier 1604 in die Grafschaft Vianden zurückgekehrt waren (welche 1568 von der spanischen Krone beschlagnahmt worden war), beschlossen sie den Bau eines neuen Wohnblocks für das Verwaltungspersonal in die Wege zu leiten.
Der Neubau bestand hauptsächlich aus zwei "Türmen" mit 5 Wohnungen. Die Arbeiten begannen 1617 und wurden 1620 offiziell abgeschlossen, als das Haus mit einer steinernen Inschrift und dem Wappen der Fürsten Philipp-Wilhelm und Moritz von Oranien-Nassau, unter deren Herrschaft der Bau erfolgte, eingeweiht wurde. Die betreffenden Steine sind heute in diesem Raum zu sehen. Dennoch waren die Wohnungen 1620 noch nicht bezugsfertig, denn die Fertigstellung von Fenstern, Holzarbeiten und Ausbau dauerte noch bis 1623.
Heute steht nur noch einer der beiden Türme, der zweite befand sich einst am anderen Ende der angrenzenden Terrasse. Zwischen den beiden Türmen auf der Terrasse befand sich eine mit Regenwasser gespülte Latrine (Toilette).
die Dynastie der Grafen von Vianden

Die Stammtafel zeigt die Grafen von Vianden, beginnend mit dem ersten bekannten Grafen Bertolph. Das erste goldene Zeitalter von Vianden als Zentrum eines bedeutenden Fürstentums war im 12.-13. Jahrhundert von Graf Friedrich I. bis Graf Heinrich I. Diese Linie endet 1417 mit Elisabeth von Sponheim-Vianden. Vianden geht daraufhin zu Nassau-Dillenburg über, später Oranien-Nassau-Dillenburg. Im 15.-16. Jahrhundert gibt es ein zweites goldenes Zeitalter.
Im Souvenirshop ist das Standardwerk dieser Dynastie in deutscher Sprache erhältlich: „Die Grafen von Vianden“ von Jean Milmeister.
Text und Wappen in Stein gemeißelt

Die lateinische Inschrift erinnert an Philipp-Wilhelm von Oranien, den Auftraggeber dieses Bauwerks und Moritz von Oranien, dessen Nachfolger, und ist von Aegidius Bouvet, „Quastore“ (Finanzverwalter) der Grafschaft Vianden, unterzeichnet.
Das Wappen von Philipp-William (links):
Hauptschild: Nassau (oben links), Katzenelnbogen (oben rechts), Vianden (unten links), Diez (unten rechts)
Mittelschild: Chalon (oben links und unten rechts) & Oranien (oben rechts und unten links)
Herzschild: Genf
umgeben von der Kette des Ordens vom Goldenen Vlies
Das Wappen von Moritz (rechts):
oben links & unten rechts: Nassau, Katzenelnbogen, Vianden, Diez, Mitte Moers
oben rechts & unten links: Chalon, Oranien, Mitte Genf
Herzschild: Büren
Büste Wilhelms I. von Oranien

Wilhelm I. von Oranien, genannt der Schweiger, auch „Vater der Niederlande“. Am 16. November 1566 traf er sich mit seinen Brüdern Johannes dem Älteren von Nassau & Ludwig von Nassau und seinem Schwager Konrad von Solms auf der Burg Vianden, um die politische Lage in den nördlichen Provinzen der Niederlande zu besprechen.
Der Familienrat beschloss hier die Rebellion zu unterstützen, und Wilhelm wurde zum Anführer des Aufstands, welcher 1568 zum Krieg führte, dem Beginn des 80-jährigen Krieges, der zur Unabhängigkeit der Niederlande führte.
