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Aula
(Winterhalle)
Rittersaal-15-scaled.jpg

(Im Audioguide-Text zu diesem Raum heißt es, dass die ursprüngliche Decke aus Holzbalken bestand und die Gewölbe erst später eingezogen wurden. Wir gehen mittlerweile aber davon aus, dass die Gewölbe die ursprüngliche Decke darstellen)

Der große Saal (Aula) ist das Herzstück dieses Gebäudes, welches als großer Palas bezeichnet wird. Er war einst das Zentrum des höfischen Lebens. Unter dem Saal liegt der große Weinkeller, aus welchem die hier stattfindenden Feste mit Getränken versorgt wurden, darüber befanden sich die Wohnungen der gräflichen Familie.

Der Saal hat eine Länge von 30,30 m und eine Breite von 9,60 m. Ursprünglich gab es zwei Kamine, die den Raum beheizten: einen am hinteren Ende (noch vorhanden) und einen auf der rechten Seite in der Mitte des Raumes (die Kaminöffnung ist noch im oberen Teil der Wand zu sehen).


Der Saal diente für Empfänge, Feste, Feiern und das tägliche Leben im Winter (im Sommer zog man, zumindest teilweise, auf die Galerie um).

großer Palas

Was wir als "großen Palas" bezeichnen, ist in Wirklichkeit ein homogenes turmartiges Gebäude, das vom normannisch-französisch-englischen Donjon inspiriert ist. Es handelte sich um eine eigene Festung innerhalb der Burgmauern, die als letzte Stellung verteidigt werden konnte. Das Gebäude wurde um das Jahr 1200 erbaut und war das erste Gebäude in dieser Region, das über Türme zur Flankenverteidigung verfügte, aber auch seitliche Abstützung für die gewagten weiten Gewölbe des großen Saales bot. Die Fassade weist eine symmetrische Anordnung der Fenster auf, die in beiden Stockwerken gleich ist, wobei der optische Aspekt Vorrang vor der Funktion hatte.

Gericht halten

Feudalherren residierten nicht unbedingt ausschliesslich an einem Ort. Sie verfügten über mehrere Burgen, die sie nacheinander besuchten, und waren aufgrund der Teilnahme an Kriegen, Wallfahrten und anderer Reisezwecke oft längere Zeit abwesend. Infolgedessen gab es im Burgleben Phasen relativer Ruhe, in denen der Burgherr abwesend war, die sich mit Phasen hektischer Betriebsamkeit abwechselten.

 

Die Untertanen des Herrn kamen zur Burg, um den Grafen in Audienz in vielerlei Fragen und Anliegen zu sprechen. Der Graf hatte auch den Vorsitz als Richter bei Streitfällen und strafrechtlichen Ermittlungen (im Laufe der Zeit wurde dies immer mehr an Beisitzer und Richter delegiert). Lehnsmänner mussten ihre Eide in genau festgelegten Zeremonien erneuern. Es kamen Abgesandte anderer Herren, kirchlicher Körperschaften, Städte, Zünfte usw., um politische und wirtschaftliche Fragen zu besprechen.

 

Normalerweise waren die Tore der Burg immer für reisende Adlige, Ritter, Geistliche und Händler offen. Sie wurden gastfreundlich aufgenommen, da sie eine willkommene Quelle für Nachrichten aus aller Welt darstellten. Troubadoure und Minnesänger, Musiker und Narren sorgten für Unterhaltung.

 

Hier fanden auch Bankette mit einer sehr formellen Sitzordnung statt. Am obersten Tisch saßen der Graf und seine wichtigsten Gäste. Die Mahlzeiten wurden durch die Durchreiche aus der Hauptküche hereingebracht. Als Möbel dienten dazu Bänke und improvisierte Tische, wobei Holztafeln auf Böcke aufgelegt wurden.

Originalmöbel

Zu Beginn des 13. Jahrhunderts dürfte es in der Halle nicht viele Möbel gegeben haben. Die Wände waren reich mit leuchtenden Farben bemalt und mit wertvollen Stoffen dekoriert, und die wenigen vorhandenen Möbelstücke (wie ein Thron für die Empfänge des Grafen) waren ebenfalls in leuchtenden Farben gestrichen.

Wandteppich
„prise du fort des tourelles“

Expertise für Wandteppiche im Gange

Chorbänke

Die spätgotischen Bänke stammen aus einem Kapellenchor. Die geschnitzte Arbeit, die gefaltetes Leinen darstellt, ist ein häufiges Motiv und symbolisiert Reichtum

Truhen

Drei Truhen aus dem 17. Jahrhundert

Statuen

Zwischen den Fenstern befinden sich vier Statuen, die Folgendes darstellen:

- Graf Heinrich I. von Vianden

- Gräfin Marguerite von Vianden - Courtenay

- Prinz Wilhelm I. von Oranien

- Prinz Wilhelm III. von Oranien

Alle vier sind das moderne Werk der in Vianden lebenden Künstlerin Marie-Josée Kerschen

https://www.mjk-art.eu/

Buntglasfenster

Im Fenster zur Brunnenseite sind in Bleiverglasung 6 Wappen abgebildet:

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unten:

- links: Vianden vor 1288 (Silberschild auf Gules)

- rechts: Vianden nach 1288 (Silberbalken auf Gules)

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Mitte:

- links: Nassau-Vianden

- rechts: Philipp-Wilhelm von Oranien

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Spitze:

- links: Luxemburg-Nassau (Haus des Großherzogs)

- rechts: Luxemburg

 

heraldische Tinkturen:

Silber = weiss

Gules = rot

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