
Drittes Tor

Dies ist das neueste Tor der Burg Vianden, das Ende des 17. Jahrhunderts erbaut wurde und über Schießscharten für Musketen verfügt. Der Bogen ist der einzige von allen Toren, der nicht aus sauber bearbeitetem Haustein besteht, was die Eile zeigt, mit der der Bau während der Kriegsgefahr durchgeführt wurde.
das letzte Tor, Gartentor oder Eselstor

Eine Poterne (Ausfallstor) aus dem 12. Jahrhundert (im Stil passend zu den Toren 2 & 4), die zum Schlossgarten und zu einem Weg führt, der hinunter in die Stadt führt. Offenbar diente es dem Transport mittels Esel zur Burg.
Die hölzernen Türflügel stammen aus dem Jahr 1594
Burghof

Möglicherweise wurde dieser Platz bereits seit der Römerzeit genutzt. Heute ist er von modernen Gebäuden umgeben, in denen sich ein Café, ein Souvenirladen und das Besucherzentrum befinden. In der Mitte des Platzes steht ein Walnussbaum, der vom verstorbenen Großherzog Jean als typisches Symbol für Vianden gepflanzt wurde.
Im Bereich zwischen dem Walnussbaum und der Glasfassade des Besucherzentrums sind archäologische Funde sichtbar. Ein rampenartiger Graben, der in den Fels gehauen wurde, ist ein ehemaliger Zugangsweg, der möglicherweise aus der Römerzeit stammt.
Im Hochmittelalter standen hier viele verschiedene Gebäude, die schwer zu interpretieren sind; aber ohne Zweifel befanden sich dort Ställe, Scheunen und Werkstätten. Bei einem achteckigen Bauwerk (im Besucherzentrum sichtbar) handelte es sich möglicherweise um einen Taubenschlag.
Tauben waren ein sehr vornehmes Gericht bei einem Bankett, die Zucht und Haltung von Tauben war ein königliches Vorrecht, das nur den wichtigsten Herren zugestanden wurde. Diejenigen, die das Recht dazu hatten, zeigten es durch sehr beeindruckende Taubenhäuser, oft achteckig an der Außenseite, da dies ein Symbol für das königliche Vorrecht war.
Im 15. Jahrhundert erhielt die Vorburg neue Gebäude, in denen sich nun (in dieser Reihenfolge beginnend mit dem heutigen Café) ein Pferdestall, eine Heuscheune, ein Getreidespeicher, eine Bäckerei, ein weiterer Pferdestall und eine Brauerei befanden.
Das erste Gebäude hinter dem 4. Tor rechts wurde im 17. Jahrhundert als Wachhaus erbaut.
Auf der linken Seite des Hofes sieht man ein rechteckiges Becken und einen in den Felsen gehauenen Kanal, der dorthin führt. Hier wurde Regenwasser gesammelt und im 16. Jahrhundert wurde das Becken durch eine Wasserleitung gefüllt, die Quellwasser aus dem nahegelegenen Wald transportierte (siehe Kapitel Brunnen).
Schlosseingangstreppe & Fallbrück-Haus


Die heutige Treppe zur Kernburg (bzw. Hauptburggebäude) ist eine Interpretation der ehemaligen „Ritterstiege“. Neben dieser Treppe führt eine Gasse zum hinteren Burghof. Diese Gasse konnte früher durch ein weiteres Tor verschlossen werden und war mit einem Fachwerkbau namens „Fallbrückhaus“ überdacht. Das war ein galerieähnlicher Raum mit 21 bleigefassten Fenstern. Der Name „Fallbrück“ erinnert an die frühere mittelalterliche Zugbrücke an dieser Stelle.
Guss der Caspar-Bux-Kanone

Im ersten Halbjahr 2024 wird ein länger andauerndes Projekt auf Schloss Vianden umgesetzt :
Zunächst wird ein Flammofen zum Bronzeschmelzen her gestellt, wie sie im 17. Jahrhundert gebräuchlich waren. Im Anschluss daran entsteht die Gussform für ein Kanonenrohr. Wenn alles fertig ist, erfolgt der Guss, voraussichtlich Anfang Juni 2024.
Es handelt sich hierbei um ein experimentelles Projekt ; alles soll genau nach den Tecniken des 17. Jahrhunderts ablaufen. Die Leitung des Projekts liegt bei Dr. Bastian Asmus, Archäo-Metallurge.

Bei Ausgrabungsarbeiten auf Burg Brandenburg (15 km von Vianden) wurden 2 Kanonen aus der Werkstatt des Viandener Glocken- und Büchsengiessers Caspar Bux gefunden. Diese beiden Rohre wurden erst vor kurzem wieder entdeckt und sind heute im Luxembuger Festungsmuseum (M3E) ausgestellt.
Es handelt sich hierbei um « Falkonetts », d.h. kleinkalibrige Kanonen welche zur Verteidigung der Burg vorgessehen waren. Die Form wirkt recht altertümlich, trotzdem weden die beiden Rohre am Anfang des 17. Jahrhunderts hergestellt worden sein.

Caspar Bux
In Vianden gab es eine lange Tradition der Glockengiesserei, einige Produkte der hiesigen Bronzegiesskunst sind bis heute erhalten. Caspar Bux war der Sprössling einer alteingesessenen Giesserfamilie ; der Name « Bux » verweist auf das zweite Standbein der Glockengiesser : Der Herstellung von Schusswaffen (zu deutsch : Büchsen).
Caspar Bux hat unter anderem die sogenannte Silberglocke von Schloss Vianden, welche sich heute in der Trinitarierkiche befindet, neu gegossen.
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der Flammofen
Die kleine industrielle Revolution des 16. Jahrhunderts hat einige Neuerungen hervorgebracht welche die Metallverarbeitung revolutionierten. Beispielsweise den Hochofen zur Eisengewinnung (der erste im Herzogtum Luxemburg stand hier in Vianden), oder den Flammofen zum Aufschmelzen von Bronze.
Im Gegensatz zu früheren Schmelzöfen wurde der Flammofen nicht mehr mit Holzkohle, sondern mit Holz befeuert, woduch höheren Temperaturen möglich wurden.
Von März bis April 2024 entsteht ein solcher Flammofen im Wirtschaftshof.

Die Gussform
Der Kanonenguss ähnelte sehr dem Glockenguss. So wird die Gussform in ähnlicher Weise hergestellt, was man voraussichtlich von April bis Mai 2024 im Burghof verfolgen kann

Dr Bastian Asmus
Der Spezialist für Archäometallurgie wurde 2022 mit dem Guss einer Bienenkorbglocke erstmals in Luxemburg bekannt.
Sie dürfen ihn gerne bei der Arbeit stören um ihre Fragen zu stellen. In der Anfangsphase wird vorwiegend von Montags bis Mittwochs auf der Baustelle gearbeitet
mehr Info auf ;
www.archäometallurgie.de
Verfolgen Sie das Projekt !
Als Mitglied der Viandener Schlossfreunde haben Sie das ganze Jahr über freien Eintritt zum Schloss und allen Veranstaltungen. Mit einem Jahresbeitrag von 15.- (Einzelmitgliedschaft) oder 25.- (Familienkarte) können Sie also das Fortschreiten der Arbeiten verfolgen und auch beim Höhepunkt , dem Guss, dabei sein





