
Schlafzimmer

Im 12. Jahrhundert wurde ein Turm erbaut um eine Wohnung für die gräfliche Familie zu schaffen. Das zweite Stockwerk dieses einst freistehenden Gebäudes, das nun an drei Seiten mit anderen Bauten verbunden ist, beinhaltet heute das Schlafzimmer . Zur Beheizung des Raumes gab es einen Kamin, der heute noch zu sehen ist (Kaminata - Kemenate).
Als die herrschaftliche Küche im Erdgeschoss dieses Turms eingerichtet wurde, verlor der Raum an Fläche. Ungefähr die Fläche welche mit einem Teppich und dem Bett bedeckt ist, wurde von dem riesigen Rauchfang eingenommen. Dieser Schornstein wurde nicht wiederaufgebaut.
Als die herrschaftliche Küche in Betrieb genommen wurde, gab es keine Verwendung mehr für den alten Kamin. Der Raum diente nicht mehr als Wohnung für Adelige und war möglicherweise gar keine Wohnung mehr. Zumindest wurden die mittelalterlichen Fenster hier nicht verändert, wie ,an es in allen anderen Wohnungen getan hatte.
ANMERKUNG: Die heutige Darstellung spiegelt nicht die Nutzung dieses Raums im 17. bis 18. Jahrhundert wider!

historische Charakterdarstellung:
Agnes van Mombeek

Die Frau des Oberamtmanns der Grafschaft Vianden Eustachius von
Münchhausen. Dieser wurde seit 1593 als Kriegsheld verehrt, da er einen Angriff von 1200 Infanteristen und 500 Kavalleristen auf St. Vith (Teil der Viandener Herrschaft) mit nur einer Handvoll Soldaten abwehrte. Auf Schloss Vianden wurden die privaten Gemächer seiner Familie (Küchenmeisterwohnung) nach ihm benannt.
Agnes war eine sozialkritische Dame. Sie fühlte sich wegen der vielen Hinrichtungen in der Stadt Luxemburg sehr unwohl. Deshalb veranlasste sie die Errichtung eines Kreuzes am Weg zum Galgen für die Seelen der Verurteilten. Dieser Ort wird noch heute „Val St. Croix“ (Kreuzgründchen) genannt.
die Zofe

Das Hauspersonal wurde unter den Untertanen der Grafschaft rekrutiert. Die meisten von ihnen kamen also aus der Stadt Vianden oder den umliegenden Dörfern. Sie arbeiteten und lebten ständig auf der Burg, nur zu besonderen Anlässen (wie dem Frühjahrsausputz) wurden zusätzliche Frauen eingestellt, die das Waschen und Ausflicken übernahmen.
Dieses Dienstmädchen aus dem späten 16. Jahrhundert trägt ein Kleid aus Leinen, das sich gut für die Hausarbeit in Innenräumen eignet, robust und leicht zu reinigen ist. Die Haube ist eine für diese Zeit typische Doppelhaube.
Himmelbett

Dieses Barockbett aus dem 17. Jahrhundert wurde in Dijon (Frankreich) gekauft.
Aufgrund des hohen Himmels wirken Himmelbetten kürzer als sie sind. Tatsächlich haben sie mehr oder weniger die gleiche Länge wie moderne Betten. Entgegen der landläufigen Meinung kann man darin durchaus komfortabel liegen.
Im Mittelalter, als noch viele Menschen zusammen in einem Raum schliefen, wurden an den Betten der Vornehmen Vorhänge angebracht, um etwas Privatraum im Bett zu schaffen.
Später, als sich das Klima verschlechterte, dienten Himmel und Vorhänge jetzt auch dazu um etwas Wärme im Bettraum zu behalten. Wie das Bett sind viele Dinge in diesem Raum zum warm halten ausgelegt.
Renaissance-Koffer

Während es sich bei den meisten Truhen um sehr schwere Konstruktionen handelte, die nicht viel bewegt wurden, waren Koffer wie dieser für die Reise ausgelegt. Die Konstruktion ist deutlich leichter, der Kofferdeckel ist abgerundet und der gesamte Koffer mit Stahlstreifen verstärkt, um ihn vor Stößen während der Fahrt zu schützen.
Koffer und Truhen waren die Hauptmöbel für die Aufbewahrung von Gegenständen wie Kleidung, Geschirr und anderen Sachen.
"Thron"
Sitze mit eingebauten Truhen unter der Sitzfläche waren weit verbreitet. Normalerweise waren es Bänke, aber es gibt auch Stühle wie den, den Sie hier sehen können.
Man hätte diesen Stuhl als Toilette nutzen können, indem man einen Eimer unter den Sitz stellte, aber das war nicht das Hauptziel.
Dieses Stück ist neugotisch aus dem 19. Jahrhundert
Bettwärmer & Füße wärmer

Der Bettwärmer ähnelt einer Bratpfanne. Der Deckel kann geöffnet und das Innere der Pfanne mit Glut gefüllt werden. Mit der heißen Pfanne wurde dann kurz vor dem Zu-Bett-gehen über die Bettoberfläche gestrichen, um die Laken anzuwärmen. Dieser Bettwärmer stammt aus dem späten 17. oder frühen 18. Jahrhundert.
Der Fußwärmer wurde – vor allem von Frauen – zum Wärmen der Füße genutzt. Schuhe hatten Ledersohlen und der Stein- oder Fliesenbodenbelag konnte recht kalt sein. Für Frauen hatte der Fußwärmer noch einen Nebeneffekt: Durch das Ausbreiten des Rocks über den Kasten gelangte die Wärme auch an die Beine. Im Holzgehäuse des Fußwärmers befindet sich eine mit Glut gefüllte Tonschale (Stöwchen). Auf Gemälden sieht man oft, wie diese Kohlenbecken als „Aschenbecher“ für Pfeifen verwendet wurden. Dieser Fußwärmer ist eine Kopie des auf Vermeers „Milchmädchen“ abgebildeten Fußwärmers.
Schornsteinplatte aus Gusseisen

Der luxemburgische Name für diese Gusseisenplatten ist "Taak", und sie waren hier in der Gegend sehr verbreitet. Normalerweise wurden sie in eine Öffnung zwischen Küche und Wohnzimmer eingesetzt, um als Heizung für das Wohnzimmer zu dienen (siehe auch "Taakeschaaf" in diesem Raum).
Dieses Exemplar zeigt das Kaiserwappen von Kaiser Karl V. und stammt aus der Mitte des 16. Jahrhunderts.
Schenkung von M. Victor Abens
Schrank im Renaissance-Stil

Schrank aus der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts, Renmaisance-Stil, Nussbaum
Interessant an diesem Möbelstück sind die drei Köpfe am Schrankdeckel, Porträts des 17. Jahrhunderts
Es ist möglich, dass dieser Schrank von Schloss Vianden stammt und Teil der ursprünglichen Einrichtung des Oranierhauses war.
Schenkung der Familie Lambert aus Vielsalm (B)
Schrank im Trier-Luxemburgischen Stil

aus Eichenholz in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts, Herkunft Colmarhof (L)
Die Türblätter sind in typischer 5-Felder-Manier strukturiert. Dies ist einzigartig in der Region Trier-Luxemburg.
Während solche Möbel eher in ein reiches Bauernhaus oder ein wohlhabendes Bürgerhaus gehören, sind sie im Inneren einer Burg in den Wohnungen der Bediensteten zu finden.
„Takeschaaf“

Auf der Besucherseite des Raumes befindet sich ein verzierter Schrank aus Eiche, Esche und Birnbaum. Er stammt aus der Kalborner Mühle im oberen Ourtal. Solche Schränke befinden sich normalerweise im Wohnzimmer in der zur Küche angrenzenden Wand. Wenn die unteren Türen geöffnet werden, sieht man eine Eisenplatte („Taak“), welche die einzige Trennung zwischen den beiden Räumen darstellt. Auf der anderen Seite erhitzt das Herdfeuer die Platte, die zum Heizen des Wohnzimmers dient. Die Eisenplatte im Schornstein ist eine solche „Taak“.
Tapisserie
"Elch & Einhorn"

Wandteppiche dienten ebenso wie Teppiche nicht nur der Dekoration, sondern auch der Isolierung. Außerdem wurden die Zimmer mit Holzvertäfelungen versehen. So musste weder das Kaminfeuer noch der Ofen das kalte Mauerwerk aufheizen.
Für alle Wandteppiche ist ein Gutachten in Vorbereitung







