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Eingangshalle & Burgmannensaal
(Waffenhalle)

Dieses Gebäude mit Eingangshalle, Burgmannensaal und Ritterstube im Erdgeschoss sowie der großen Galerie im ersten Stock wird gemeinhin als "kleiner Palas" bezeichnet.

Es enthält die reichsten Steinmetzarbeiten der Burg. Diese erstaunlichen Arbeiten finden sich noch heute am Eingangsbogen über der Treppe, am Eingangsbogen zur Galerie, an den Fensteröffnungen der Galerie und an den Gewölben der Ritterstube. Sie wurde in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts erbaut.

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Architektonische Details:

Waffenkammer:

alte Halle

Vor dem Bau des „Kleinen Palas“ war dieses Areal Teil eines Innenhofs der Burg. Die Außenmauer (Fensterseite) war Teil der Wehrmauern, während die gegenüberliegende Mauer die Front der alten Halle vom Anfang des 9. Jahrhunderts darstellte. Die Aussenfassade wurde Anfang des 12. Jahrhunderts  mit Bögen, heute noch sichtbar, verschönert.

Eingangshalle
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Heute bilden Eingangshalle & Garnison zusammen einen einzigen grossen Raum, früher waren sie jedoch durch eine Wand an dem großen rechteckigen Pfeiler getrennt. Die Form der Wände, der Fenster und sogar der Gewölbe zeigen, dass es sich um zwei unterschiedliche Bauwerke handelt, auch wenn sie heute eine Einheit bilden.

 

Die ursprüngliche Eingangshalle hatte eine Holzdecke, die gegen Ende des 16. Jahrhunderts durch ein gotisches Gewölbe ersetzt wurde. Schlusssteine zeigen die Wappen von Englebert II. von Nassau-Vianden (reg. 1472 - 1504) und seiner Frau Cimburga von Baden-Spanheim.

 

Von der Eingangshalle gelangte man nach rechts in den großen Saal und zu den Grafenwohnungen sowie in den Weinkeller, gerade aus in die Hauptküche und die Kapelle, nach links in die Garnison. Ab der 2. Hälfte des 15. Jahrhunderts ermöglichte eine weitere Tür den Zugang zum neu errichteten Schwitzbad.

Burgmannensaal

Strategisch günstig neben der Haupteingangstür (und auf der anderen Seite des Pilgereingangs zur Kapelle) gelegen, war dies der Raum für die Wächter der Burg (die Burgmannen). In späterer Zeit, als die Wachen nicht mehr in der Burg wohnen mussten, wurde der Saal für andere Zwecke genutzt.

 

Der Saal hatte, wie auch die Eingangshalle, zunächst eine Holzdecke; Die Konsolensteine, auf denen die Deckenbalken ruhten, sind noch heute in der Rückwand sichtbar. Die Gewölbe wurden unter der Herrschaft von Englebert III. von der Mark und Elisabeth von Sponheim-Vianden zwischen 1383 und 1392 eingefügt. An vielen Steinen sind noch Steinmetzzeichen zu erkennen.

Kanonenkugeln aus Stein
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Die ausgestellten Steinkugeln wurden alle auf der Burg Vianden gefunden und sollten als Kanonengeschosse verwendet werden. Die größeren waren für Bombarden bestimmt; dabei handelt es sich um Belagerungsartillerie, mit der auf Mauern geschossen wurde.

Die ausgehöhlten Kugeln enthielten Brandmaterialien und bestanden aus Lavagestein vom Nordrand Viandens (Vulkaneifel), die Vollmaterialsteine sind aus Sandstein vom Südrand (Bollendorf).

Einige oder alle dieser Kugeln wurden 1446 hier hergestellt.

Offizierskürass aus dem 17. Jahrhundert

Hierbei handelt es sich um einen goldverzierten Kürass, wie er in den Armeen des 17. Jahrhunderts verwendet wurde. Die reiche Dekoration zeigt den Wohlstand des Besitzers.

Halsstück und Arme fehlen.

Original

Hellebarden & Partisanen

In spätmittelalterlichen Armeen kamen alle Arten von Stangenwaffen zum Einsatz; die meisten davon verschwanden recht schnell wieder. Hellebarden (ursprünglich dazu gedacht, einen Reiter vom Pferd zu ziehen) erfreuten sich großer Beliebtheit und im 16. Jahrhundert wurden Heereseinheiten von Hellebardieren gebildet. Später wurden diese zu Elitesoldaten für besondere Zwecke, als Trabanten (Leibwächter) für wichtige Persönlichkeiten oder Bannerträger.

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Ende 17. bis Anfang 18. Jahrhundert  (aus dieser Zeit stammen die meisten hier ausgestellten Exponate), wurden Hellebarden und Partisanen zu Offiziersabzeichen. Die Hellebarde steht normalerweise für Unteroffiziere und die Partisane für höherrangige Offiziere.

Kriegssensen

Wenn Bauern in den Krieg zogen, benutzten sie zuweilen landwirtschaftliche Geräte als Waffen, da sie keine regulären Waffen besaßen. Oder sie verwandelten Werkzeuge in Waffen; das war der Beginn der Fülle verschiedenster Arten von Stangenwaffen, die im Spätmittelalter aufkamen. Und an diesem Prinzip hatte sich auch in den nächsten Jahrhunderten nichts geändert ...

 

Während des Aufstands im Norden Luxemburgs gegen die französischen Besatzungstruppen im Jahr 1798 hielten die Landleute an dieser Tradition fest und verwendeten Sensen wie diese.

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Die ausgestellten Kriegssensen stammen aus dem Polen des 19. Jahrhunderts und sind Eigentum des Luxemburger Nationalmuseums (MNHA).

Wallbüchsenlauf
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Wallbüchsen waren für die Verteidigung einer Burg oder Festung konzipiert. Burg Vianden hatte viele Schießscharten für diese Art Waffe und verfügte über 50 Wallbüchsen und „große Haken“ (eine Urform davon) im Arsenal. Bei der Verwendung außerhalb einer Festungsmauer wurden solche Waffen auf Lafetten montiert, da sie zu schwer waren, um sie in der Hand zu halten.

 

Dieser Lauf stammt aus dem 16. oder 17. Jahrhundert.

Kriegskasse

Das deutsche Wort „Kriegskasse“ deutet darauf hin, dass diese Eisentruhen dazu gedacht waren, das Geld für die Bezahlung von Soldaten aufzubewahren. Es gibt zwei davon im Schloss Vianden, eine in der Waffenkammer und eine in der Wohnung des Küchenmeisters. Letztere verfügt im Inneren über ein spezielles Fach für Geld.

 

Theoretisch hätte eine „Kriegskasse“ zum Transport von Wertgegenständen genutzt werden können, doch überwiegend blieb sie an ihrem Platz und diente als Tresor. Sie war also dazu gedacht um Geld, Dokumente und andere Wertgegenstände aufnehmen.

Feldharnisch
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ein Feldharnisch (für die Schlacht) im Stil des späten 15. Jahrhunderts (wahrscheinlich eine Kopie aus dem 19. Jahrhundert)

Die Hellebarde passt nicht zur Rüstung. Die Hauptwaffe sollte eine Lanze sein. Die asymmetrischen Harnischschultern zeigen, dass die Rüstung zum Tjost gedacht war (Angriff mit einer Lanze auf den Gegner zu Pferd).

Deko-Rüstung 1

Rüstungen wie diese wurden in der Romantik als Dekoration für reiche Haushalte hergestellt. Sie sind nicht dazu gedacht, von einer echten Person getragen zu werden.

Johann IV von Nassau-Vianden
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Eine Reproduktion der Rüstung von Johann IV. von Nassau-Vianden aus dem späten 15. Jahrhundert ist in Arbeit. Was Sie jetzt sehen können, sind die Unterkleider, die ein Ritter unter dem Plattenharnisch tragen musste: Hemd, Hosen, Schuhe, Panzerwams, Bolero aus Kettengeflecht (zum Schutz der Achselhöhlen), Rock aus Kettengeflecht.

Der Plattenharnisch wird diese Darstellung im Frühjahr 2024 vervollständigen.

Johannes IV. baute die Prinzenstube (Bankettsaal), wo sein Wappen auf dem Kaminsims zu sehen ist. Die Rekonstruktion des Harnischs wird nach einer Darstellung auf seinem Epitaph in Breda (NL) angefertigt.

Deko-Rüstung 2

Rüstungen wie diese wurden in der Romantik als Dekoration für reiche Haushalte hergestellt. Sie sind nicht dazu gedacht, von einer echten Person getragen zu werden.

Die dekorativen Ätzungen zeigen eine Mode aus dem 16. bis 17. Jahrhundert.

Friederich III vonVianden

Nachbildung einer Rüstung aus dem späten 12. Jahrhundert als Interpretation der Rüstung des Grafen Friedrich III. von Vianden (Regierungszeit 1187 - 1210). Friedrich war ein Krieger und häufig in bewaffnete Auseinandersetzungen verwickelt. Im Jahr 1196 nahm er den Erzbischof von Trier, Johannes I., gefangen und warf ihn ins Gefängnis.

Friedrich war für den Bau des "großen Pallas" auf Burg Vianden verantwortlich, einem befestigten Gebäude im Inneren der Burg, das von französisch-normannisch-englischen Donjons inspiriert wurde. Dieses Gebäude besteht aus dem großen Keller, dem großen Saal und den herrschaftlichen Gemächern (heute salle Victor Abens).

Die Rüstung besteht aus einem Kettenhemd, das über einer Gambison (gepolstertes Wams) getragen wird, Kettenhemdbeinlingen (Hosen, welche das Hinterteil frei lassen, um auf dem Pferd sitzen zu können) und einem Helm mit Nasenschutz. Der Schild ist mit seinem Wappen bemalt: Ein silberner Schild auf rotem Grund.

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